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Während Krauthausen selbst davon spricht, dass er von zwei Bundestagsabgeordneten aus NRW wisse, die sich an der 65/35-Prozent-Regelung beteiligten und zwei weitere ebenfalls darauf angesprochen worden seien, meldet sich mit ein Kreissprecher und ehemaliger Mitarbeiter eines Bundestagsabgeordneten zu Wort. Er bestätigt Krauthausens Eindruck vom Stimmenkauf des Vincentz-Lagers durch die Verwendung von Mitarbeiterbudgets der Abgeordneten.
Demnach sollen sein damaliger Vorgesetzter sowie weitere NRW-MdB „aus Düsseldorf“ gezwungen worden sein, als Mitarbeiterin eine Russlanddeutsche anzustellen, „um ‚die Russlanddeutschen‘ dem ‚Lager Helferich‘ zu entreißen“. Zudem sei dem Abgeordneten klar gemacht worden, dass „er sonst keine Chance hätte, wieder auf die nächste ‚Liste‘ für den Bundestag zu kommen“, sofern er sich weigern würde.
Diese Aussage ist besonders interessant, weil sie einen Abgeordneten betrifft, der noch vor kurzem einen Sammelbrief unterschrieb, in dem die Unterzeichner präventiv erklärten, nichts von der 65/35-Regel zu wissen [ZL berichtete]. Wenn dieser mutmaßlich gelogen hat, wie sieht es mit dem Rest der Liste aus?
Der Düsseldorfer Vize-Kreissprecher Marco Vogt berichtete zudem dem Bundesvorstand, dass an ihn im Vorfeld seiner Bundestagskandidatur 2025 „die Erwartung herangetragen wurde, dass ich im Falle eines Bundestagsmandats 35 Prozent des Personalbudgets abzutreten hätte“. Ein ähnlicher Bericht stammt vom Kölner Kreissprecher Christer Cremer, der erklärte, ihm gegenüber sei geäußert worden, er habe im Falle der Wahl „einen Teil meines Personalbudgets für Belange des Landesverbandes zur Verfügung zu stellen“.
Aus dem Vincentz-Umfeld werden diese weiteren Vorwürfe als „Müll“ oder „Räuberpistolen“ bezeichnet. Doch genauso wie die unterschriebenen Listen, in denen die Unterzeichner erklären, nichts damit zu tun zu haben, stellt sich die Frage: Warum sollten sie sich auch selbst belasten?
Kneller, Krauthausen und weitere wiederum setzen mit ihren Veröffentlichungen nach allem, was man hört, ihre Wiederwahl aufs Spiel. Klar ist: Sollte Vincentz‘-Versorgungs-Netzwerk existieren; Kneller und Krauthausen wird es nicht mehr zugutekommen.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Untersuchungen die Wahrheit ans Licht tragen – die Belastungszeugen werden zumindest täglich mehr. Dann wird sich zeigen, ob das „gemäßigt“, mit dem das Vincentz-Lager häufig betitelt wird, nicht vielmehr für „bezahlt“ steht.
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