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Du Opfer! Die neue Rassenkunde der Linken

Publico - Alexander Wendt - 28.08.2026
Link: https://www.publicomag.com/2026/08/du-opfer-die-neue-rassenkunde-der-linken/

Ob im Fall Arday, beim hautfarbengetrennten Volksbadschwimmen und anderswo: Erwachte Weiße degradieren Farbige zu abhängigen Fürsorgeobjekten. Sie betreiben Rassismus – nur anders verpackt

Jason Arday hätte einen Therapeuten gebraucht. Stattdessen erhielt er einen Doktortitel, den er nicht verdiente, die schmeichelnde Aufmerksamkeit von Medien, die ihm keine Fragen zu seiner fantastischen Lebensgeschichte stellten, und 2023 eine Professur in Cambridge, die er nie mit einem wissenschaftlichen Inhalt füllte und auch nicht füllen konnte. Das wiederum konnten die Verantwortlichen dort schon seit dem Jahr der Bestellung Ardays zum Professor wissen, vielmehr, sie wussten darüber Bescheid, denn schon vor drei Jahren spürte David Harris, emeritierter Professor der Plymouth Marjon University in Devon, reihenweise Plagiate in Ardays Texten auf. Harris informierte in mehreren Schreiben sowohl die Liverpool John Moores University, wo Arday promovierte, als auch Cambridge, seinen neuen Arbeitgeber. In den Fachzeitschriften, die Ardays plagiatsdurchsetzten Texte publizierten, reagierte man sogar auf Harris‘ Nachweise: Die Redaktion trug einfach die Quellenangaben zu den per Copy & Paste übernommenen Stellen nach, behauptete aber, die nicht gekennzeichneten Übernahmen würden die wissenschaftliche Qualität der Beiträge nicht im Geringsten schmälern. Journalisten der Times Higher Education befassten sich 2024 mit der Qualität von Ardays Arbeiten; einer ihrer Autoren, der Biochemiker David Sanders von der Purdue University in Indiana, nahm sich ebenfalls Ardays Texte vor und kam zu dem Urteil: „Es steht außer Frage, dass hier extensive Plagiate vorliegen.“
Als der Philosoph Nathan Cofnas per Textvergleich dutzende Stellen in Ardays Doktorarbeit von 2015 nachwies, oft nahezu wortwörtlich abgeschrieben aus der sechs Jahre älteren Promotion der Erziehungswissenschaftlerin Paula Zwozdiak-Myers, existierten schon längst massenhaft andere Belege dafür, dass es sich bei dem neuen Cambridge-Star um eine Person handelte, die im seriösen Wissenschaftsbetrieb nichts verloren hatte. Zwei von mehreren Dutzend Fundstellen zeigen entweder leicht bearbeitete ungekennzeichnete Übernahmen – oder wortwörtliche Kopien.
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Lilienthal erwarb sich in München seinen Ruf dadurch, dass er das Publikum systematisch aus den Kammerspielen vertrieb; zum Schluss seiner Amtszeit als Intendant lag die Auslastung bei 56 Prozent, die Abonnentenquote drückte er von 24 auf 18 Prozent, um sich nach getaner Arbeit nach Berlin zu empfehlen. Sein erstes großes Projekt bestand in der Errichtung eines temporären Schwimmbeckens vor der Volksbühne für 300 000 Euro aus der Steuerkasse einer angeblich armen Stadt, an deren Sexyness sich kaum noch jemand erinnern kann. Angeblich diente die Aktion dazu, gegen die Schließung und den Verfall Berliner Freibäder zu protestieren. Weil ihm der Badespaß mit Gratiseintritt allein offenbar noch nicht subversiv genug vorkam, beschloss Lilienthal zusammen mit dem staatlich umfangreich geförderten identitätspolitischen Verein EOTO, an einem Tag nur schwarze Jugendliche ins Wasser zu lassen, mit der Begründung: Nur unter der Bedingung der vorübergehenden Rassentrennung könnten sie überhaupt unbelästigt schwimmen.
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September 1, 2026 34