German Foreign Policy - 31.08.2026
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LONDON/BERLIN (Eigener Bericht) – In Berlin werden Überlegungen angestellt, mit den Nuklearstreitkräften Großbritanniens zu kooperieren. Dies berichtet die Tageszeitung The Telegraph. Dies könnte Deutschland Einfluss auf, vielleicht gar Mitsprache über den Einsatz von Atomwaffen verschaffen. Im ersten Schritt ist im Gespräch, die Nuklearstreitkräfte des Vereinigten Königreichs nichtnuklear zu unterstützen – etwa durch die Entsendung von Patriot-Luftabwehrbatterien an die schottische U-Boot-Basis Faslane, wo nuklar bewaffnete Atom-U-Boote stationiert sind. Darüber hinaus könne man auf lange Sicht die US-Elemente der britischen Nuklearstreitkräfte – beispielsweise die Trident-Raketen – durch deutsch-britische Waffensysteme ersetzen. Grundlage der Überlegungen ist der Ausbau der deutsch-britischen Rüstungskooperation, der sich vor allem seit dem vergangenen Jahr beschleunigt und umfassende Investitionen deutscher Waffenschmieden im Vereinigten Königreich umfasst, von Rheinmetall bis zu Helsing. In Rüstungskreisen ist schon von einem „goldenen Zeitalter“ der deutsch-britischen Zusammenarbeit in der Herstellung von Waffensystemen aller Art die Rede – von Panzern bis zu KI-gesteuerten Drohnen.
Boomende Rüstungskooperation
Die Grundlagen für den gegenwärtigen Boom der deutsch-britischen Rüstungskooperation wurden bereits bald nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU am 31. Januar 2020 gelegt. Nach entsprechenden Vorarbeiten unterzeichneten zunächst die Außenminister beider Länder am 30. Juni 2021 eine Gemeinsame Absichtserklärung über die deutsch-britische außenpolitische Zusammenarbeit. Auf eine Übereinkunft von Bundeskanzler Olaf Scholz und Premierminister Rishi Sunak vom 24. April 2024, die unter anderem eine Intensivierung der Rüstungs- und Militärkooperation vorsah, sowie eine Erklärung der Verteidigungsminister beider Länder vom 24. Juli 2024, die ebenfalls eine deutlich stärkere Rüstungszusammenarbeit in den Blick nahm, folgte am 23. Oktober 2024 der Abschluss des Trinity House Agreement, das erste „konkrete Schlüsselprojekte für den gemeinsamen Fähigkeitsaufbau in allen Dimensionen“ auflistete. Den Abschluss der Serie bilateraler Übereinkünfte bildete der Kensington-Vertrag über Freundschaft und bilaterale Zusammenarbeit vom 17. Juli 2025, der eine breite Palette an Zielen zur Kooperation etwa in Wirtschaft, Forschung und Bildung umfasste; dabei bezog auch er sich nicht zuletzt auf die Außen- und Militärpolitik.[1]
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