CD Rezension
Treu & Verwegen
„Überrannt“
Erschienen bei: One-Eight-Versand
Wer kommt mit eurem treuen Freund und Erzähler zurück in die 1990/2000 Jahre?
Wer steht auf Musik von der Straße, Oi! und RAC, und das auf Deutsch?
Ja, der ist Treu & Verwegen, stabil und echt! Lasset uns den Regler nach rechts drehen!
2 Jahre nach ihrem Debüt mit der Mini CD „Kein Frieden“, gibt es im Herbst 2025 ein Vollalbum der Kombo. Diesmal hat sich der One-Eight-Versand der Jungs angenommen.
Erschienen ist die Lichtscheibe als Jewelcase und als Digipack mit einer Limitierung auf 120 Stück.
In der Zitadelle liegt das Jewelcase vor.
Auf dem Cover trinkt ein „Skullhead“ Skinhead gemütlich sein Bierchen, umrahmt von einem Feuerring und im Hintergrund leuchtet eine angedeutete Sonne. 😉
Dazu der Schriftzug von Band und Album. Oldschool und gut umgesetzt.
Das Beiheft umfasst 12 Seiten. So dunkel wie das Cover, ist auch das Beiheft gestaltet.
Als Hintergrund für die gut lesbaren Texte hat man sich für Bilder alter Schlachten entschieden. Auch der „Alte Fritz“ ist zu erkennen. Kämpft man auch mit den Problemen von heute, so verweist man hier doch auf eine gewisse Traditionslinie. So der Gedanke des Schreiberlings dieser Zeilen.
Auf der Rückseite des Beiheftes gibt es noch etliche Grüße im alten Stil und ich begrüße das.
Kaltgetränk geholt und den Silberling in das Abtastgerät werfen.
Angezeigt werden 11 Tracks mit einer Spielzeit von fast 33 Minuten. Wenn wir das „Nord-, Ost-, Süd-, Westdeutschland“ Intro abziehen, verbleiben uns 10 Lieder.
Direkt mit „Treu & Verwegen“ zeigen die Jungs um den ehemaligen Endlöser Schreihals, wo es hin geht: das ist der Sound der Straße, rau und echt, mit klarer Kante, Gesellschafts- und Systemkritik, treue zum „Way of Life“, und Handgemachter Musik.
„Stolz geblieben“ spricht mir aus dem kahlgeschorenen Herzen:
„Wir sind noch Stolz geblieben, wir haben unsere Werte nicht vergeben, manche äußerlich nicht mehr, aber in unseren Herzen doch sehr: wir sind alle noch Skinheads, wir sind alle noch Stolz, wir sind alle noch frei, wir sind alle noch treu.“
Und das mit einer rotzigen Stimme, die nicht versucht große Namen nachzumachen.
Mit „goiler“ Gitarre und einem schönen kräftigen Schlagwerk, was mir besonders gut gefällt.
Und das zieht sich durch den gesamten Silberling.
Das Titellied „Überrannt“ prangert die Überfremdung, den Austausch der Bevölkerung in der real existierenden BRD, an.
Mit „Hoch weht die Fahne“ und „Kaiser Wilhelm“ werden die alten Zeiten, die alten Schlachten besungen. Womit wir die Verbindung des vergangenen mit dem heute haben.
Mit „Zu blöd“ haben wir textlich einen kleinen „Nette Tanten Effekt“. Der Text kann auf die herrschende Politik, den politischen Gegner, oder auf die eigene Szene angewandt werden.
Was ich mit einem kleinen Schmunzeln realisierte.
Für mich eine rundherum gelungene „Skinhead Rock 'n Roll“ Scheibe, auch wenn das Synonym vielleicht nicht ganz richtig ist. Dieser typisch Deutsche Kahlgeschorene Sound klingt vertraut und ist doch ganz neu eingespielt. Und ich sage mal (auch wenn Lautstarke Protagonisten etwas anderes propagieren) der gediente, gelebte, Skin, Bootboy, Droogie, Aktivist, etc. will das genau so in Ton und Wort hören! Und wenn es die mitnimmt, die schon einige Heldengedenken mitgemacht haben, dann holt es auch die neue, stürmende, Jugend ab.
Aus der Zitadelle gibt es daher eine Empfehlung zum Erwerb.
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