Kompetenzverflüssigung
17.05.2026
Ach, der drittletzte Platz beim ESC – was für ein verdienter Triumph der deutschen Delegation! Endlich mal eine Platzierung, die so ehrlich widerspiegelt, wie authentisch unser Land mittlerweile ist: nicht ganz Letzter, aber kurz davor, genau wie unsere Wirtschaft, die sich tapfer durch Rezession, Deindustrialisierung, grüne Ideologie und Energiewende-Katastrophe schleppt, während alle so tun, als wäre das der neue Triumphzug der Klimagerechtigkeitsliebe samt der erhabene Phase der Identitätsentgrenzung!
Herrlich, diese Botschaft an Europa: Wir sind nicht mehr die Besten, wir sind die sympathischen Versager, nicht mal mehr Mittelmäßigen, aber mit einer wohltuenden Portion Selbsthass – ein Bild fast so schön wie die vermüllten Straßen unserer Großstädte, denn für den Erfolg das Müll- und Wegwerfverhalten aus Afrika und den arabischen Staaten hingebungsvoll importiert zu haben, bekommen wir doch immerhin zwischenzeitlich Beifall von der halben Welt.
Wie wundervoll, dass Deutschland endlich wieder zeigt, wofür es steht: kreative Inkompetenz, die von der Linken als „neue Kunstform“ gefeiert wird, genau wie diese Schmierereien, neudeutsch Graffiti genannt, an jeder Hauswand, die plötzlich „Street Art“ heißen und den Verfall zum kulturellen Highlight erklären. Der drittletzte Platz ist die perfekte Metapher für unsere Wirtschaft – wir sind nicht abgeschlagen, wir experimentieren einfach mutig mit dem Abstieg! Über 500.000 Industrie-Arbeitsplätze weg seit ein paar Jahren, allein 2025 schon über 120.000, fast 24.000 Insolvenzen pro Jahr – das ist nicht Rezession, das ist nachhaltige Transformation auf höchstem Niveau! Dass eine ehemals noch zu Kanzler Kohls Zeiten grundsolide Wirtschaft so elegant und geräuschlos in den freien Fall übergeht, das schaffen nur wir Deutschen. Der Mittelstand in Chemie, Glas, Metall und Maschinenbau verabschiedet sich gerade stilvoll und für immer. Die Giganten der Branchen wie BASF, Volkswagen, Porsche, Continental, Bosch, Buderus, ArcelorMittal, Thyssenkrupp, ZF und Schaeffler machen alle fröhlich bei der großen Stellenabbau-Party mit. Endlich kein lästiger Exportweltmeister mehr, endlich keine nervige industrielle Substanz, die immer nur produziert und Steuern zahlt. Stattdessen eine wunderbare, grüne, deindustrialisierte Service-Wüste, wo wochenlang ein Wal in der Nordsee die Gemüter und Hauptnachrichten erregt.
Beseelt von linker Ideologie und diesem unerschütterlichen Bessermenschentum rudert man in der wohlstandsverwahrlosten Blase sportlich immer noch weiter nach links – weil Umverteilung ja bekanntlich auf Dauer alle reich macht. „Sozialismo o muerte!“ Wir wollen Kuba!!! 22 Stunden Stromausfall täglich? Herrlich authentisch! Benzin auf dem Schwarzmarkt für schlappe 15–20 Dollar das Liter? Endlich mal echte Preise! Vegane Rohkost statt Steak vom Grill! Das ist Energie Autark! Wer braucht schon Medikamente, wenn es Impfungen gibt! Und abends wird mit offenen Feuern mitten auf der Straße der „Event“ gefeiert. Das ist nicht Elend, das ist Abenteuer-Urlaub auf AIDA-Niveau – nur mit extra viel Charme und ohne lästiges All-Inclusive-Buffet. Immerhin ist man in bester Gesellschaft, von der UDSSR über Venezuela bis zur guten alten DDR – sie alle sind grandios im kollektiven Bankrott und Massenelend untergegangen.
Aber diesmal, diesmal klappt’s ganz sicher. Diesmal sind wir die Ersten, die es richtig machen. Jawohl, das Land wird CO₂-neutral und grün!!!
Die Feierliche Apotheose der Gutheitskultur hat endlich begonnen.
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