Werte sind einfach, solange sie uns nichts kosten.
Erst wenn es unbequem wird, wenn Konsequenzen drohen und wir etwas zu verlieren haben, zeigt sich, wofür wir wirklich stehen.
Manchmal ist die entscheidende Frage dann nicht mehr:
„Was wird mich diese Entscheidung kosten?“
Sondern:
„Was wird es mich kosten, nichts zu tun?“
2014 habe ich genau das auf den Färöer-Inseln gelernt.
Dieses Foto entstand aus einem Polizeihubschrauber, der mich ins Gefängnis brachte.
Unter mir ein rotes Meer vom Blut der Pilotwale, die kurz zuvor direkt neben uns getötet worden waren.
Sechs von uns versuchten, eine Gruppe sie vom Ufer fernzuhalten, damit sie nicht geschlachtet werden konnten.
Wir wussten, dass unser Handeln Konsequenzen haben würde.
Und wir wurden verhaftet.
Kurz darauf saß ich im Polizeihubschrauber und blickte hinunter auf diese Bucht.
Diesen Anblick habe ich nie vergessen.
Und genauso wenig die Lektion, die ich an diesem Tag über Werte gelernt habe:
Wer wir sein wollen, zeigt sich vor allem dann, wenn danach zu handeln einen Preis hat.
Dort merken wir, ob wir bereit sind, diesen Preis zu bezahlen und unseren Werten treu zu bleiben, oder eben nicht.
Ja, zugegeben, manchmal kann es scheiß gefährlich sein, nach deinen Werten zu handeln. Vor allem, wenn du dich für den Schutz von Tieren einsetzt.
Ich nehm diese Situation als Beispiel dafür, dich zu fragen, wann du selbst deinen Werten treu bleibst, auch wenn sie dich etwas kosten?
Vielleicht wenden sich Bekannte oder Familie von dir ab, wenn du plötzlich nein zu etwas sagst, das du nicht länger unterstützen willst. Genau das könnte der Preis sein, den du bezahlst, wenn du deinen Werten treu bleibst.
Aber eine Sache ist vermutlich auch klar: wenn du deine Werte und somit dich selbst zu lange verrätst, wird der Preis nicht kleiner…
Also die Frage lautet: wofür bezahlst du lieber?

















