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Langjährige Leser erinnern sich vielleicht an einen Artikel, den ich vor zwei Jahren geschrieben habe, in dem es darum ging, wie Schleswig-Holstein seine zuverlässige Diesel-Fähre für einen Spottpreis verkauft, 3,3 Millionen Euro für eine neue emissionsfreie Solar-Fähre ausgegeben hat, die nicht funktioniert, und obendrein noch die CO₂-Emissionen erhöht hat.
Im Grunde genommen hat das Landesamt für Küstenschutz in Schleswig-Holstein vor einigen Jahren ein Projekt ins Leben gerufen, um die „Missunde II“ zu ersetzen, eine alte Diesel-Autofähre, die die Orte Missunde und Brodersby verbindet …
… mit der hypermodernen, supercleveren und sehr fortschrittlichen „Missunde III“, die vollständig mit Solarenergie betrieben wird und zudem aussieht wie ein schlecht zusammengebauter Ikea-Couchtisch:
Unsere Klimatiker verkauften die alte „Missunde II“ umgehend für 17.000 Euro, stellten dann aber fest, dass die „Missunde III“ nicht wirklich funktionierte. Ihre großen Solarpaneele auf dem Dach wirkten bei starkem Wind wie ein Segel, sie hatte Schwierigkeiten, mit den Strömungen der Schlei zurechtzukommen, und sie war zu schwer für ihre Führungsseile, sodass sie Probleme hatte, am Kai anzulegen. Während die Behörden an ihrem verkorkten Prestigeprojekt herumtüftelten, mussten alle Pendler zwischen Missunde und Brodersby 30 km Umwege über die nächstgelegene Brücke in Kauf nehmen, und so führte dieser mutige Versuch, die grüne Wirtschaft Schleswig-Holsteins voranzutreiben, letztendlich sogar zu einem Anstieg der CO₂-Emissionen.
Da keine Lösung in Sicht war und die Anwohner auf die Barrikaden gingen, wandte sich das Amt für Küstenschutz schon bald wieder an den Käufer der ausgemusterten „Missunde II“, der sich bereit erklärte, die alte Fähre, die er für 17.000 Euro erworben hatte, für 100.000 Euro an das Amt zurückzuverkaufen.
So sah die Lage im September 2024 aus. Seitdem hat Schleswig-Holstein noch mehr Geld in die Reparatur der alten „Missunde II“ und in die Nachrüstung der „Missunde III“ gesteckt – alles umsonst. Seit dem vergangenen Wochenende ist die „Missunde III“ zwar in Betrieb, kann aber immer noch nicht zuverlässig anlegen, und nach ganzen 6,5 Millionen Euro haben die Behörden nun endgültig aufgegeben. Die „Missunde III“ wird außer Dienst gestellt, sobald die alte, dieselbetriebene „Missunde II“ wieder seetüchtig gemacht werden kann.
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