Die Folgen der Krise um die Straße von Hormus lassen sich nun nicht mehr nur am Ölpreis messen.
Der katarische Konzern QatarEnergy teilte dem italienischen Unternehmen Edison mit, dass er weitere fünf LNG-Lieferungen nicht bereitstellen könne. Damit wird der Force-Majeure-Fall im Vertrag nun bis Anfang November verlängert.
Insgesamt sind seit April 29 LNG-Lieferungen mit einem Gesamtvolumen von rund 3,8 Milliarden Kubikmetern Gas von höherer Gewalt betroffen.
Das Ausmaß wird am Vertrag selbst deutlich: QatarEnergy muss Edison jährlich rund 6,4 Milliarden Kubikmeter Gas liefern. Die ausgefallenen Lieferungen entsprechen damit bereits etwa 60 Prozent des Jahresvolumens dieses Vertrags.
Der Grund ist der Krieg der USA mit dem Iran und die damit verbundenen Probleme für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Katar kann LNG produzieren, aber ein großer Teil seiner Exporte muss physisch durch die Meerenge gelangen.
Bislang kommt Italien damit zurecht. Edison teilt mit, dass das Unternehmen bereits 21 stornierte Lieferungen durch alternative Lieferungen ersetzt hat — etwa 2 Milliarden Kubikmeter Gas — und verspricht, seine Verpflichtungen gegenüber den Kunden zu erfüllen.
Doch die europäische Energiearchitektur zeigt erneut ihre Verletzlichkeit.
Nach dem Verzicht auf den Großteil des russischen Pipeline-Gases setzte Europa unter anderem auf LNG. Nun zeigt sich, dass einer der größten alternativen Lieferanten auf der anderen Seite der Straße von Hormus liegt.







