Eine Hommage an m/deine Mutter.
In den letzten Tagen habe ich viel über Mutti nachgedacht. Ich habe sie begleitet aus dem Krankenhaus raus in die Tagesklinik, keine lebensbedrohliche Krankheit- jedoch ein Zeichen - ein Hilferuf in Form einer Depression. Sie mag nicht darüber erzählen, ihr ist es unangenehm, wir sollen uns nicht Sorgen.
Mutti ist für mich immer noch die Starke, die die alles kann, die alles weiss. Die mir hilft und nicht ich ihr. Jetzt sehe ich so zerbrechlich und fragile, ihre Ängste, ihre Vorwürfe und vor allem über ihre Sehnsucht nach Nähe, Liebe und dem Gefühl, nicht vergessen zu werden.
Mutti fragte viel, nervte, wann ich wieder käme, wann ich mal wieder anriefe- oft wartet sie auf mich ohne es mir zu sagen. Ich fühlte Druck und Freiheitsentzug. Fing an mich zu rechtfertigen, zu diskutieren - da mein Leben gerade Kopf steht. Ich machte mich über sie lustig, misshandelte ihre Gefühle und Verstand erst gestern Abend durch ein Gespräch mit meiner Cousine & Bruder, unser aller tiefe Verbindung.
Und das die Zeit endlich ist.
Meine Mama ihr soziales Umfeld, hat Freunde, Menschen, die für sie da sind. Aber Familie ist etwas anderes. Wir sind ihre Kinder, die einzigen.
Ich bin oft weit fort. Ihre Jahre sind endlich. Unsere auch.
Jetzt sitze ich im Zug und mir Kullern die Tränen über die Wangen. Und ich denke mir, "Oh mein Gott- wie kann ich so egoistisch sein und nur an mich denken?"
Und deshalb möchte ich nicht irgendwann denken:
Hätten wir doch öfter angerufen. Hätten wir doch Weihnachten zusammen gefeiert. Hätten wir doch mehr echte Momente miteinander gehabt.
Wir haben jetzt noch die Möglichkeit.
Lasst uns wieder näher zusammenrücken. Anrufen. Zuhören. Gemeinsam Zeit verbringen. Vielleicht Weihnachten, besondere Tage oder sogar eine gemeinsame Reise.
Und vielleicht ist das auch eine kleine Erinnerung an uns alle:
Vergesst die Menschen nicht, die euch lieben.
Schaut hin, fragt nach, hört zu. Geht den Bedürfnissen auf den Grund und wenn ihr könnt, geht ihnen nach.
Denn irgendwann wird aus „später“ ein „zu spät“.
Die Zeit ist kurz. Die echten Momente sind das, was bleibt.
Für meine Mutti.
Und für alle Menschen, die wir bedingungslos und absichtlos lieben.
t.me/dianaaerohfit








