Exklusives Foto! ++ Ermittlungen wegen Terrorverdachts eingeleitet
Jänschwalde (Brandenburg) – Deutschlands Energie-Infrastruktur ist im Visier von unbekannten Angreifern. Mehr als 20 selbstgebaute Raketen waren für den Angriff auf ein Umspannwerk in Brandenburg vorbereitet worden. Bilder zeigen die aufwendig konstruierten Vorrichtungen. Die Täter setzten dabei offenbar auch Zeitzünder ein.
Auf den Bildern sind selbstgebaute Raketen zu sehen. Es sieht ein wenig nach Pyrotechnik und Feuerwerk aus. Doch ihre Wirkung bei einem Einschlag hätte verheerend sein können. Der Plan der noch unbekannten Täter: Die Flugkörper sollten Kupferdrähte in die Hochspannungsleitungen schießen und dadurch gezielt Kurzschlüsse und sogenannte Lichtbögen auslösen. Dort, wo ein solcher Lichtbogen auf dem Boden einschlägt, herrscht akute Lebensgefahr.
Die Polizei ermittelt jetzt unter anderem wegen Terrorverdachts. Neben dem Verdacht der Störung öffentlicher Betriebe, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und der Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel werde auch wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt, teilte das Brandenburger Polizeipräsidium am Mittwoch in Potsdam mit.
Die raffinierte Konstruktion der Selbstbau-Raketen
Die selbstgebauten Raketen bestehen aus einem Metallrohr mit einer pyrotechnischen Treibladung. An dessen Spitze sitzt ein Holzgeschoss, an dem wiederum ein Metallhaken mit Kupferdraht befestigt ist. Die Konstruktion soll beim Einschlag Kurzschlüsse an Oberleitungen auslösen. Die Rakete kann man ganz einfach mit einem Feuerzeug anzünden.
Mehr als 20 Raketen sollten zeitgesteuert starten
Mindestens zwei Raketen haben sogar ihr Ziel erreicht. Mitarbeiter entdeckten geringe Schäden an den Hochspannungsleitungen. Und offenbar hatten die Täter ihren Angriff nicht dem Zufall überlassen: Nach BILD-Informationen waren Zeitzünder an den Geschossen angebracht. Mit der Zeitsteuerung sollten mehr als 20 Raketen aktiviert werden.
Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) hatte bereits am Dienstag von einer gezielten Sabotageaktion gegen die Energie-Infrastruktur gesprochen. Die Flugkörper seien eigens für diesen Zweck gebaut worden. Gewöhnliche Silvesterraketen waren es nicht. Die Konstruktion habe erheblichen Aufwand erfordert. Ob dafür Spezialwissen notwendig war, wurde noch untersucht.
Kraftwerk musste reagieren
Der Angriff hatte auch Auswirkungen auf das nahe gelegene Braunkohlekraftwerk Jänschwalde (Brandenburg). Aus Sicherheitsgründen musste dort kurzzeitig ein Block abgeschaltet werden. Über das angegriffene Umspannwerk in Turnow-Preilack im Landkreis Spree-Neiße wird vom Kraftwerk Strom in das Übertragungsnetz von 50Hertz eingespeist. Offenbar sollte durch den Angriff ein größerer Stromausfall herbeigeführt werden.
Wer steckt hinter dem Angriff?
Auswirkungen auf die Bevölkerung gab es aber nicht. Die Täter sind aktuell noch unbekannt. Nach BILD-Informationen gab es weder ein Bekennerschreiben noch Hinweise auf konkrete Tatverdächtige. Weder ein linksextremer Hintergrund noch eine Beteiligung ausländischer Saboteure wird derzeit ausgeschlossen. Das Landeskriminalamt ermittelt.
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