Was wirklich anstrengend ist, sind die Strohmänner, die von Leuten aufgebaut werden, anstatt über die Argumente zu sprechen.
Wenn man sich vermeintlich pro-Israel ausspricht, sieht man sich plötzlich mit Vorwürfen konfrontiert, die unzutreffender nicht sein könnten.
Was ich gesagt und geschrieben habe, beschreibt lediglich zwei Dinge:
1. Mir sind einige Aussagen, was Außenpolitik anbelangt, zu einseitig.
2. Mir gefällt der Wandel innerhalb der Bewegung – weg vom analytischen Denken und der Abwägung von Argumenten hin zur Narrativbildung und deren Verteidigung auf irrationaler Ebene – nicht.
Mir wird vorgeworfen, ich würde sagen, dass die Israel-/USA-Theorie rund um Ceuta nicht stimmt und nur meine These zum Algerien-/Marokko-/Spanien-/West-Sahara-Konflikt die einzige Wahrheit ist.
Dieser Ausschnitt beweist das Gegenteil. Und dies kann durch die von uns angegebenen Blockzeit auch zeitlich eingeordnet werden, da wir die Podcast-Folge zwei Tage vor meiner Auseinandersetzung mit Shlomo aufgenommen haben.
Was ich in Wirklichkeit geäußert habe, ist, dass nach Abwägung aller mir bekannten Argumente die Israel-/USA-These nicht valide genug ist und meine These viel stichhaltiger ist.
Was ich auch nie behauptet habe, ist, dass Israel und die USA keine Interessen hätten. Was ich aber sage, ist, dass es einen gravierenden Unterschied macht, ob Israel und die USA ein Interesse haben oder ob Israel und die USA eine verschwörerische Geheimoperation geplant und ausgeführt haben, in der sie Marokko als Marionettenstaat missbrauchen, um Spanien zu destabilisieren.
Ich habe Shlomo, zugegebenermaßen überspitzt und polemisch, vorgeworfen, seine VT-Zeit, die man eigentlich mit 16–20 Jahren hat, nun nachzuholen.
Dafür habe ich mich auch öffentlich entschuldigt.
Als Beweis gegen meine Behauptung, dass Teile der Rechten stumpf die „Der-Jude-ist-Schuld“-Karte ziehen, ziehen Teile der Rechten die „Der-Jude-ist-Schuld“-Karte, indem sie alles und jeden als „Good Goy“ bezeichnen und den Dennis-Ingo Schulz für arme geben.
Dabei habe ich schon immer gesagt, dass mir Israel weitestgehend egal ist. Es gibt auch einige aus der GmbH, die pro-Israel sind und bestätigen können, dass ich mich im Privaten genauso geäußert habe.
Meine Positionen zu diesem Thema haben sich nie geändert. Während Shlomo in der GETTR-Zeit noch genauso getickt hat wie ich, haben sich eben seine Positionen verschoben, spätestens mit seiner Haftentlassung und der Annäherung an Jürgen Elsässer und Teile der Schnellroda-Richtung wie Benedikt Kaiser. Also genau den Leuten, die sowohl wirtschaftspolitisch als auch außenpolitisch austauschbar mit den Linken sind. Währenddessen behauptet Shlomo, Leute wie ich seien „biegsam“.
Ich habe Israel oder die USA nie in Schutz genommen. Es wurde von denjenigen, die mittlerweile dogmatische Ideologen sind, nur so aufgefasst, weil ich eben ihrem Narrativ nicht folge.
Ich habe nur Argumente gegenübergestellt und dann anhand von Überzeugungen agiert. Der Schluss, den ich getroffen habe, hat nichts mit irgendwelchen moralischen oder ideologischen Beweggründen zu tun, sondern lediglich mit trockener und langweiliger logischer Schlussfolgerung.
Aber ich habe auch gesagt, dass ich mich irren und eines Besseren belehrt werden kann, wenn es validere Theorien gibt. Die sehe ich halt bis jetzt nur nicht.
Ich hoffe, ich konnte den vernünftigen Teil, der meine Gegenpositionen einnimmt, hiermit erreichen.
Euer CEO