⚡️Saylor versucht, die Identität von Bitcoin zu verändern, bevor die nächste Kapitalwelle eintrifft.
Die alte Identität basierte auf Opposition: Misstrauen gegenüber Banken, Misstrauen gegenüber Regierungen, alles selbst verwahren, „Papier-Bitcoin“ ablehnen, das Ökosystem ideologisch rein halten.
Saylor ist der Ansicht, dass diese Denkweise zum Engpass geworden ist.
Seine eigentliche Wette ist viel größer: Bitcoin wird zur Reservewährung innerhalb des bestehenden Finanzsystems, anstatt in erster Linie eine Rebellion dagegen zu bleiben.
Banken verwahren es. Unternehmen halten es. Regierungen halten es als Reserve. Fonds verpacken es. Kredite werden darauf aufgebaut. Wertpapiere beziehen sich darauf. Maschinen nutzen es schließlich. Das Protokoll bleibt knapp und politisch unkontrollierbar, während der darüber liegende finanzielle Überbau enorm wird.
Das ist der gesamte Aufsatz.
Und tief im Inneren ist dies wahrscheinlich der Weg, der Bitcoin von einem mehrere Billionen Dollar schweren Vermögenswert zu etwas macht, das mit den größten Kapitalpools der Welt konkurriert.
Der Versuch, Fiat-Währungen an der Kasse zu ersetzen, war schon immer das kleinere Spiel. Die Rolle als Sicherheit im globalen Finanzwesen einzunehmen, ist das größere.
Die entscheidende Wette besteht darin, dass die institutionelle Integration den zugrunde liegenden Vermögenswert nicht korrumpiert. Bitcoin kann tief in der Wall Street, in Regierungen und auf den Kreditmärkten verankert werden, während das Basisprotokoll außerhalb ihrer Kontrolle bleibt.
Wenn das funktioniert, ist die Ironie enorm: Das bestehende Finanzsystem besiegt Bitcoin nicht. Es wird nach und nach von einem Vermögenswert abhängig, den es nicht selbst herstellen kann.
Das ist der Weg zum Erfolg.
Das eigentliche Risiko liegt am Rande. Die Verwahrung kann sich konzentrieren. Derivate können die Preisbildung dominieren. Synthetische Ansprüche können sich ausbreiten. Regierungen können Zugangspunkte kontrollieren. Institutionen können enormen Einfluss rund um Bitcoin anhäufen, auch wenn sie das Angebot von 21 Millionen nicht verändern können.
Der langfristige Kampf wird also sehr deutlich:
Kann Bitcoin zu einer institutionellen Infrastruktur werden, ohne an den Rändern von Institutionen vereinnahmt zu werden?
Saylor glaubt daran.
Und dieser Aufsatz ist sein Versuch, die Ideologie zu entwickeln, die diesen Übergang kulturell möglich macht.
Die tiefgreifendste Erkenntnis lautet:
Bitcoin hat seine erste Ära damit verbracht, zu beweisen, dass es ohne Institutionen existieren kann.
Saylor möchte, dass die nächste Ära beweist, dass Institutionen es sich nicht leisten können, ohne Bitcoin zu existieren.
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