Wenn du wieder an dem Ort lebst, an dem du aufgewachsen bist, passiert es manchmal.
Du triffst jemanden wieder: Aus deiner Vergangenheit, aus deiner Jugend.
Ich hatte neulich so eine Begegnung. Und sie hat mich auf eine wundersame Weise berührt.
Tagelang habe ich mich gefragt, warum mich diese Person so berührt.
Bis mir etwas klar wurde: Ich war nicht berührt wegen dieser anderen Person.
Ich war berührt, weil ich durch ihn einer früheren Version von mir selbst begegnet bin.
Der jungen Frau. Dem Menschen, der noch nicht wusste, wie das Leben verlaufen würde.
Der noch nicht wusste, welche Wege er gehen, welche Menschen er lieben, welche Fehler er machen und welche Träume sich erfüllen würden.
Und plötzlich steht da jemand, der diese Version von dir noch kennt. Nicht die Person, die du heute bist. Nicht die Rolle, die du inzwischen einnimmst.
Nicht die Mutter.
Die Diamantin, Autorin.
Nicht die Verantwortliche.
Nicht die Bauherrin.
Nicht die Frau, die gelernt hat, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu tragen.
Sondern einfach dich.
Und für einen Moment fällt die Zeit in sich zusammen. Damals war noch nichts entschieden. Die Möglichkeiten waren offen. Heute wissen wir, was aus vielen dieser Möglichkeiten geworden ist.
Und diese Lebensphase, die sich damals so selbstverständlich angefühlt hat, ist irgendwann einfach vorbeigegangen. Unbemerkt haben sich Türen geschlossen.
Und in dieser Begegnung war es, als würde ich noch einmal auf einen Menschen, eine Zeit, eine Geschichte und auf mich blicken.
„Das war echt und wertvoll"
„Ich habe das damals vielleicht gar nicht verstanden.“
„Du warst ein Zeuge meiner unbedarften und unfertigen Version.“
Und mir wurde klar: Manchmal fehlt Würdigung.
Für einen Menschen. Für eine Zeit. Für eine Geschichte. Für eine Version von uns selbst.
Wie wundersam das eigentlich ist.
Und ich denke: Wie bedeutend diese Zeugen unserer Jugend doch für uns sein können.
Menschen, die noch wissen, wer wir waren, bevor wir all das wurden. 💫🌹❤️

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3June 23, 2026 876 1 3