„Ist das eigentlich so, dass wenn man sich so ein Stück Land gekauft hat, man einfach für immer da bleiben kann?“
Diese Frage kam mir heute während ich dieses Waldglashaus weiter freilegte, in das ich mich so verliebt habe.
Und irgendwie hat mich diese Frage berührt.
Weil da etwas in mir gesagt hat: „Ich muss gerade nirgendwohin.“
Nicht funktionieren, nicht performen. Nicht gut aussehen, nichts erklären. Sondern einfach: im Moment bleiben.
Spannend, dachte ich, weil viele Menschen heute eigentlich ortlos leben. Und ich es im Grunde auch jahrelang tat.
Mietwohnungen.
Übergangslösungen (typisch für Schwellenphasen)
Befristete Lebensgefühle.
Digitale Identitäten.
Ständig neue Optionen.
Man kann theoretisch überall hin und vielleicht fehlt dadurch dieses tiefe Gefühl von Verwurzelung. Zumindest als ein Faktor neben anderen.
Ein eigenes Stück Erde sagt:
Mach dir keine Sorgen
Es darf langsam wachsen.
Jahreszeiten dürfen passieren.
Kreativität entfalten
Hier darf sogar Unordnung existieren.
Ich spüre etwas sehr Archaisches. Etwas, das älter ist als Sprache und gleichzeitig sehr selten.
Eine Frau und ein Stück Land.
Nicht im Sinne von Besitz oder Kontrolle.
Sondern eher wie ein stiller Bund.
Wasser tragen. Etwas pflanzen. Tiere versorgen. Feuer machen.
Barfuß durchs nasse Gras laufen.
Wind hören.
Die Jahreszeiten am eigenen Körper spüren.
Ich glaube, viele Frauen erinnern und sehnen sich tief innen danach.
Nicht als romantische Idee, sondern wirklich sehr körperlich.
An dieses Gefühl:
Hier kann Leben stattfinden.
Hier darf ich weich werden.
Hier darf ich alt werden.
Hier darf etwas durch mich hindurch wachsen.
Und spirituell finde ich interessant:
Der moderne Mensch versucht oft, Sicherheit nur innerlich zu finden. „Du musst alles in dir selbst tragen.“
Auch ja.
Aber ich glaube nicht, dass Menschen dafür gemacht sind, komplett entortet zu leben.
Wir sind Wesen mit Nervensystemen.
Orte regulieren uns. Ein vertrauter Baum.
Der Geruch von Erde. Ein Hund, der immer denselben Weg läuft.
Der Boden, den man selbst umgegraben hat.
Und ja, dann kam ein sehr zentraler Gedanke.
Denn ich fragte mich, warum das so ist. Bisher hatte ich nie viel von "Besitz" gehalten.
Aber es hat eine andere Tiefe. Und es geht um etwas ganz anderes. Das ist nicht „nur Materie“.
Das ist Bindung.
Und vielleicht ist genau das so weiblich-ursprünglich daran:
Es geht nicht um Besitz.
Es geht um Beziehung. Und Beziehung kann echter und tiefer werden, wenn sie sich mit Verantwortung paart.
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Habt es fein!
Eure Ute

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2May 23, 2026 740 5 4