Nazi-Keule wegen „Sonderbehandlung“: Der Doppelstandard des „Standard“
Die Salzburger FPÖ wirbt mit dem Slogan „Keine Sonderbehandlung für Ukrainer“ und meint damit eine aus ihrer Sicht ungerechtfertigte Bevorzugung bei Sozialleistungen. „Standard“-Journalist Thomas Mayer sieht darin hingegen einen berüchtigten Nazi-Begriff, mit dem die Nationalsozialisten Mordaktionen getarnt hätten, und stellt die Frage, ob die FPÖ überhaupt wisse, was sie plakatieren lasse.
Der Beitrag weist auf einen deutlichen Doppelstandard hin: Derselbe Begriff wurde vom „Standard“ selbst in Überschriften verwendet, etwa wenn es um Wirecard ging. Auch Grüne und SPÖ fordern regelmäßig „keine Sonderbehandlung“ für Investoren, Großkunden oder politische Unterstützer – ohne dass jemand NS-Anspielungen wittern würde. Wörterbücher und die Bundeszentrale für politische Bildung bestätigen, dass „Sonderbehandlung“ im heutigen Sprachgebrauch vor allem eine besondere oder bevorzugende Behandlung meint.
Der Vorwurf entstehe offenbar erst dann, wenn das Wort von der FPÖ benutzt werde.
