Die USA kaufen Zeit. Und Bitcoin profitiert davon. Es zeichnet sich… — Silke Schaefer | Über Geld und mehr — TG.ME

⏳🇺🇸 Die USA kaufen Zeit. Und Bitcoin profitiert davon. Es zeichnet sich gerade eine sehr aufschlussreiche Situation ab. Amerika setzt gleichzeitig seine strategischen Ölreserven ein, erhöht den Druck auf den Iran und versucht, den Markt für Staatsanleihen durch Rückkäufe zu stabilisieren. Zudem wird geprüft, fast eine Billion Dollar vom Treasury General Account für diese Maßnahmen zu nutzen. Vor diesem Hintergrund hat sich Bitcoin wieder über 80.000 Dollar gefestigt. Ich würde das jedoch nicht als Lösung der wirtschaftlichen Probleme der USA bezeichnen. Eher als Versuch, die Unvermeidliche hinauszuzögern. Wenn Öl aufgrund geopolitischer Spannungen stark ansteigt, wird die SPR genutzt, um den Schock vorübergehend abzufedern. Wenn die Renditen von Treasuries steigen, greift das Finanzministerium über Rückkäufe ein und stützt die Nachfrage nach langfristigen Anleihen. Aber keines dieser Instrumente beseitigt die eigentliche Ursache. Die SPR schafft kein neues Öl – sie verschiebt lediglich einen Teil des Angebots aus der Zukunft in die Gegenwart. Ein Rückkauf reduziert die riesige Staatsverschuldung nicht – er verändert lediglich die Struktur und Liquidität des Anleihemarktes. Deshalb erwarte ich, dass die Wirkung dieser Maßnahmen nur von kurzer Dauer sein wird. Das erinnert stark an die Situation rund um die Straße von Hormus. Damals haben die US-Behörden die Märkte lange davon überzeugt, dass alles unter Kontrolle sei und die Durchfahrt offen bleibe – um den Eindruck von Stabilität zu erzeugen. Die Realität war jedoch deutlich komplexer. Heute sehe ich denselben Ansatz: Das Problem muss nicht unbedingt gelöst werden – es reicht, den Markt davon zu überzeugen, dass es unter Kontrolle ist. Öl → SPR → vorübergehende Entlastung. Treasuries → Rückkäufe → vorübergehende Stabilisierung der Renditen. Finanzielle Bedingungen → steigende Aktien und Bitcoin. Aber die fundamentalen Herausforderungen bleiben bestehen: enorme Verschuldung + hohes Defizit + steigende Schuldendienstkosten + Inflationsrisiken + geopolitische Spannungen. Genau deshalb halte ich den November 2026 für entscheidend. Nach den Wahlen wird der Spielraum für politische Manöver und die Aufrechterhaltung eines positiven Images deutlich geringer sein. Dann wird der Markt nicht mehr auf Worte und kurzfristige Maßnahmen schauen müssen, sondern auf die realen Zahlen: Defizit → Schulden → Schuldendienst → Inflation → Treasury-Renditen → Zustand der Wirtschaft. Sollten zu diesem Zeitpunkt die Ölpreise hoch bleiben, die Verschuldung weiter steigen und die Renditen nicht nachhaltig sinken – dann könnten sich die aktuellen Maßnahmen nur als vorübergehende Verschnaufpause erweisen. Mich persönlich beunruhigt das derzeit jedoch nicht. Bitcoin liegt über 80.000 Dollar. Der Markt ist lebendig. Volatilität ist vorhanden – und damit auch Chancen, Geld zu verdienen. Ich muss nicht raten, wann dieses Spiel endet. Solange der Markt Möglichkeiten bietet, nutze ich sie. Was wirklich mit der US-Wirtschaft passiert, wird nach den Wahlen deutlich sichtbarer werden. Deshalb nutze ich diese Zeit lieber für den Markt, anstatt gegen ihn anzukämpfen.

September 1, 2026 1.9K 1