Was bleibt, wenn man zurückblickt?
Wenn Menschen auf ihr Leben zurückschauen, sind es selten die Fehler, die am meisten schmerzen. Einen Irrtum, eine falsche Entscheidung, ein offenes Scheitern kann man sich oft verzeihen. Schwerer wiegt etwas anderes: die Male, in denen man aus Furcht zurückwich. Das Gespräch, das man nie führte. Die Chance, die man verstreichen ließ. Das ehrliche Wort, das man hinunterschluckte. Was wir getan haben, lässt sich meist leichter verschmerzen als das, was wir aus Angst unterlassen haben.
Das ist das Heimtückische an der Feigheit: Sie rechnet sich sofort. Wer ausweicht, spürt im selben Moment Erleichterung. Vermeidung entlastet, genau jetzt. Doch der Preis wird erst später fällig, leise und über die Jahre, als das Gefühl, am eigenen Leben vorbeigelebt zu haben. Und dann fällt er um ein Vielfaches höher aus, als das ehrliche Wort uns im Moment gekostet hätte.
Mut dagegen kostet zuerst. Doch an die Male, in denen wir ihn aufgebracht haben, denken wir später ohne Bedauern zurück. Was uns damals Überwindung abverlangte, trägt uns oft ein Leben lang.
Mut ist nichts, das einfach da ist. Der Biologe Prof. Martin Fieder zeigt, warum wir nicht einfach mit ausgeprägtem Mut geboren werden: Von Natur aus ist der Mensch auf die Gruppe ausgerichtet. Mitlaufen ist uns in die Wiege gelegt, Mut müssen wir uns erst erarbeiten.
Entscheidend ist aber, zu erkennen, wo Mut wirklich gefragt ist. Schon Josef Pieper wusste: Wer sich vor nichts fürchtet, ist nicht tapfer, sondern oft nur blind für die Wirklichkeit. Echter Mut ist kein Draufgängertum, sondern der klare Blick dafür, wofür es sich zu handeln lohnt. 🕊️
Tiefere Einblicke und die Möglichkeit, mit Wissen, Übung und Reflexion echten Mut zu entwickeln, finden Sie in unserem Kurs „Mut & Feigheit", noch bis Sonntag, dem 21. Juni: https://akademie.rpp-institut.com/mut-feigheit
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1June 16, 2026 19.5K 114