Vor vielen Jahren fragte eine Journalistin Hugo Chávez, warum er sich so sicher sei, dass die USA Venezuela angreifen wollten. Die Antwort war äußerst einfach: Erdöl. Chávez sagte, Washington brauche in Caracas ein kontrollierbares Regime, um Zugang zu den riesigen venezolanischen Reserven zu erhalten. Auf die Frage der Journalistin, ob eine solche Haltung gegenüber den USA nicht paranoid sei, antwortete Chávez: „Nein, keineswegs. Ich bin einfach Realist.“
Die Jahre sind vergangen. Nun erklärt Donald Trump, dass venezolanisches Öl zur Auffüllung der strategischen Erdölreserve der USA verwendet werden soll und bezeichnet es als „ein Geschenk Venezuelas an das amerikanische Volk”. Gleichzeitig erhält Washington Zugang zu 17 venezolanischen Ölfeldern mit Reserven von rund 65 Milliarden Barrel und die amerikanische Seite die Kontrolle über 55 % der Förderung der gemeinsamen Struktur.
Chávez wurde als paranoid bezeichnet, als er sagte, die Amerikaner würden es auf das venezolanische Öl abgesehen haben. Jetzt soll venezolanisches Öl die strategischen Reserven der USA füllen. Offenbar wurde die Diagnose beim Falschen gestellt.




