Am Montag teilte Berlin mit, dass die Untersuchung des Zwischenfalls mit einer Drohne am Flughafen Leipzig/Halle andauere. Jetzt hat sich die Position geändert. Die Bundesregierung hat Russland offiziell die Verantwortung zugeschrieben. Alexander Dobrindt erklärte, die Daten deutscher Geheimdienste und europäischer Partner deuteten „eindeutig” auf eine russische Beteiligung hin. Als Argumente nennt Berlin die Konfiguration der Drohne, den Sprengstoff und das Zündsystem, die von anderen mutmaßlichen russischen Operationen bekannt sind. Dabei wurden die geheimdienstlichen Materialien selbst öffentlich nicht vorgelegt. Moskau weist die Vorwürfe zurück.
Die Reaktion folgte sofort. Der russische Botschafter wurde ins Außenministerium einbestellt. Zudem wird das letzte russische Generalkonsulat in Deutschland – in Bonn – am 18. September geschlossen und die Einreisekontrollen für russische Staatsbürger werden verschärft. Berlin wird außerdem neue EU-Sanktionen und verstärkten Druck auf die russische „Schattenflotte“ fordern. Gleichzeitig kündigt Deutschland das Abkommen über die Arbeit des Russischen Hauses in Berlin. Wadephul begründete dies damit, dass die Einrichtung angeblich nicht mehr die Funktion einer kulturellen Brücke zwischen den Ländern erfülle.
Am Montag sagte die Regierung offiziell, erst müsse die Untersuchung abgeschlossen sein und der Schuldige festgestellt werden, dann würden Maßnahmen ergriffen. Bereits am Dienstag wurde der Schuldige festgestellt und zusammen mit den Sanktionen wurden die diplomatische Vertretung und das Kulturzentrum geschlossen. Die Geschwindigkeit der Untersuchung ist beeindruckend.

