Rübezahl der BergGeist aus dem Riesengebirge
Bei der heutigen Erkundung, widmen wir uns dem Rübezahl, dem Geist aus dem Riesengebirge.
Es gibt sehr viel Material zum Herrn der Berge: Von seiner Namensherkunft über alte Legenden bis hin zu Staturen und Verfilmungen.
Doch was macht ihn aus & für Dich interessant?
NamensHerkunft:
Fangen wir doch direkt bei seinem Namen an, also Rübezahl. Klingt schon irgendwie seltsam, oder?
Dieser Name, einer von vielen die ihm gegeben wurden, ist wohl der bekannteste und rührt aus der Geschichte um ihn & die Prinzessin Emma, in der er Rüben zählte.
• Literarisch bekannt wurde diese Sage, durch Johann Karl August Musäus im späten 18. Jahrhundert. Doch das ist wohl eher so eine nachträgliche Erklärung, eine Volksetymologie.
Es ist daher kaum verwunderlich, daß der spottende Name 'Rübezahl' dem Geist selbst, weniger zusagt.
Es gibt eine ältere Form, Rübezagel die spöttisch auch Rübenschwanz bedeuten könnte. Das würde erklären, warum er sauer ist, wenn man ihn so nennt.
Doch ganz ehrlich, woher der Namen Rübezahl sowie Rubinzal oder Rübenczal wirklich kommen, wissen wir derzeit leider nicht.
• Auch Namen die er anderswo trägt, beispielsweise wie Krakonosz im Tschechischen, sind jünger & erklären den deutschen Namen nicht.
• Zudem taucht der Name schon früh sehr früh dokumentiert auf. Im frühen 15. Jahrhundert gab es ihn bereits als Familiennamen.
Also, beim Namen fängt die Verwirrung schon an.
Doch vielleicht geht die Geschichte noch viel tiefer:
Es gibt Hinweis dazu, daß er vielleicht gar nicht nur im Riesengebirge war & ursprünglich vielleicht woanders herkam oder zumindest weiter verbreitet war.
• So gibt es eine Tiroler-Chronik von 1619, die beschreibt einen Rübszagl, jedoch im Harz, wo dieser ein Bergwerksgeist gewesen sein soll - der seine Kumpel gut bezahlte, aber wenn er verspottet wurde, es zu Grubenunglücken kam. Quasi aus Rache.
• Das wiederum hat parallelen zum Skarbnik, einem Schatzmeistergeist der Bergleute aus Polen.
• So beschrieb z. B. Jan Długosz, der bedeutendste polnische Chronist, dass im Jahre 1367 einige Bürger der Stadt Bytom, denen ein Blei- & Silberbergwerk gehörte, zwei Geistliche ermordeten.
Die spätere Überlieferung fügte hinzu, die beiden wären einen Pakt mit dem Teufel eingegangen, der über die Bodenschätze herrschte & der Stadt Reichtum zugesichert hatte.
Der deutsche Name Rübezahl lieferte die Grundlage für mehr oder weniger wörtliche polnische Ableitungen: Liczyrzepa, Rzepolicz, Rzepiór, Rzepnicz – jede dieser Bezeichnungen bezieht sich auf den Wortstamm Rübe, auf Polnisch: rzepa.
Naturgeist oder Gott?
Die älteste bisher bekannte Darstellung des Rübenczal findet sich auf einer Schlesienkarte des Martin Hellwig von 1561. Diese zeigt ihn nicht als alten Mann mit Bart, sondern eher als ein Mischwesen mit Geweih bzw. Hörnern, Vogelkopf, Hufe & wehendem Schweif. Die Figur stützt sich auf einen Stab oder eine Lanze ab, erinnert dadurch ein wenig an ein Wappentier:
👉🏽 Klicke hier zur Darstellung.
Das deutet u. a. auf viel ältere Vorstellungen zu ihm hin. Es wäre daher sehr gut denkbar das er als Naturgeist oder Gott verehrt wurde in einer vorchristlichen Zeit.
Manche meinen, in Rübezahl einen späten Nachhall der Verehrung kektisch-germanischer Götter zu erkennen – wie Odin, Heimdall oder Thor – denen der Berggeist aus dem Riesengebirge allen ein wenig ähnelt.
Quelle





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