🖼 Vor 220 Jahren wurde der russische Künstler Alexander Iwanow geboren
🎨 Alexander Iwanow wurde am 28. Juli 1806 in Sankt Petersburg geboren. Sein Vater, der Maler Andrei Iwanow, lehrte an der Kaiserlichen Kunstakademie und bereitete seinen Sohn früh auf eine künstlerische Laufbahn vor. 1817 begann Alexander dort sein Studium. Anders als die meisten Studenten lebte er nicht in der Akademie, sondern arbeitete in der Werkstatt seines Vaters. Schon bald fiel er durch sein großes Talent im Zeichnen und Malen auf.
🗺 1830 reiste Iwanow mit Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung der Künstler nach Europa. In Italien sollte Iwanow zunächst die bedeutendsten Kunstwerke studieren, später Michelangelos Fresko „Die Erschaffung Adams“ kopieren und schließlich ein eigenes Werk schaffen. Auf dem Weg nach Rom besuchte er die Gemäldegalerie in Dresden und fertigte Skizzen von Raffaels „Sixtinischer Madonna“ an.
🖼 Tief beeindruckt von Buonarrotis Werk suchte Iwanow nach einem ebenso eindrucksvollen Motiv. Schließlich entschied er sich für ein evangelisches Thema: die Erscheinung Christi vor dem Volk.
📚 In Rom verband Iwanow eine enge Freundschaft mit dem Schriftsteller Nikolai Gogol. Beide interessierten sich für religiöse Themen und die Bedeutung der Kunst. Gogol besuchte häufig Iwanows Atelier, bewunderte seine Hingabe und unterstützte seine Arbeit an der „Erscheinung Christi vor dem Volk“. In seinem Aufsatz „Der Historienmaler Iwanow“ würdigte er den Künstler und dessen jahrelange Arbeit. Iwanow wiederum schätzte Gogols Urteil über Kunst und bezeichnete ihn als einen außergewöhnlichen Menschen.
📍 Iwanow lebte sehr zurückgezogen und arbeitete äußerst diszipliniert. Er begann früh am Morgen und malte oft bis spät in die Nacht. Viele Jahre lang fertigte er Studien, Skizzen und Landschaftsbilder an, um sein großes Gemälde zu vollenden. Wegen gesundheitlicher Probleme musste er seine Arbeit jedoch immer wieder unterbrechen. Sein außergewöhnlicher Perfektionismus wurde von seinen Zeitgenossen nicht immer verstanden.
🏛 1858 kehrte Alexander Iwanow zusammen mit seinem Gemälde „Die Erscheinung Christi vor dem Volke“ in die Heimat zurück. Ursprünglich plante er, das Bild mit dem Zug bis in die deutsche Stadt Kiel zu transportieren und es von dort aus mit einem Dampfschiff nach Sankt Petersburg zu bringen. Die riesige, auf eine Rolle gewickelte Leinwand war jedoch so groß, dass er weder in einen Gepäckwagen noch in den Laderaum des Schiffes passte. Mit finanzieller Unterstützung von Mäzenen ließ Iwanow deshalb für den Transport eine offene Eisenbahnplattform bereitstellen. Auch auf dem Schiffsdeck mussten besondere Befestigungen angebracht werden, damit das wertvolle Gemälde während der Fahrt nicht beschädigt wurde. Auf diese Weise gelangte das Werk sicher in die Hauptstadt des Russischen Kaiserreichs. In Sankt Petersburg wurde das Gemälde im Winterpalast ausgestellt. Kaiser Alexander II. kaufte das Werk und gewährte dem Künstler außerdem eine lebenslange Pension.
Gemälde:
„Die Erscheinung Christi vor dem Volk“, 1837–1857
„Ave Maria“, 1839
„Bellerophon zieht zum Kampf gegen die Chimäre“, 1829
„Priamos bittet Achill um den Leichnam Hektors“, 1824
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