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Andere Studie bestätigt
Die Autoren erklären jedoch überzeugend, wie Offshore-Windparks lokale klimatische Veränderungen hervorrufen könnten, bewertet ein dritter Gutachter die Studie.
Sie zeigten nachvollziehbar, warum solche Auswirkungen über den Standort der Windparks hinausreichen können.
Die Arbeit sei auch deshalb wertvoll, weil das Thema kaum erforscht sei.
Eine kürzlich veröffentlichte Modellstudie zum südlichen Nordseeraum kommt immerhin qualitativ zu einem ähnlichen Ergebnis wie die neue Hereon-Arbeit: mehr Niederschlag über Windparks, weniger auf der windabgewandten Seite.
Direkte Messungen dazu gibt es allerdings kaum.
Eine Untersuchung aus dem Jahr 2020 betrachtete die britischen Offshore-Windparks Walney und Burbo Bank:
Sie verglich Wetterstationen vor und nach dem Bau der Anlagen sowie an Kontrollstandorten und fand Regenabnahme sowohl bei der durchschnittlichen Niederschlagsrate als auch bei der Intensität – was die Computermodellierungen in der Tendenz bestätigt.
Doch die Frage bleibt, ob die Messungen auf andere Regionen übertragbar sind.
„Grenzüberschreitender Windklau“
Auch andere Wettereffekte wurden ermittelt:
Eine Untersuchung aus diesem Jahr von 675 chinesischen Windparks mit mehr als 90.000 Anlagen fand eine leichte Erwärmung des Bodens um 0,05 Grad Celsius in der Region.
Der Wind ändert sich ebenfalls:
Eine Arbeit, gerade in „Engineering“ veröffentlicht, bietet 7122 Satellitenaufnahmen von mehr als 60 Offshore-Windparks in Europa und Asien auf.
Sie zeigen eine Verringerung der oberflächennahen Windgeschwindigkeit um rund einen Meter pro Sekunde, beziehungsweise um gut zwölf Prozent.
Turbulenzen der Windkraftanlagen, die sogenannten Nachläufe, ließen sich teils mehr als hundert Kilometer verfolgen.
Der Effekt sorgt bereits für Konflikte.
Ein niederländischer Meteorologe hat Belgien beschuldigt, den Windkraftwerken seines Landes den Wind zu stehlen.
Belgische Windparks liegen südwestlich der niederländischen Parks, weshalb sie den häufigen Südwestwind abschöpfen und schwächen – von „grenzüberschreitendem Windklau“ ist die Rede.
Ob Nachbarstaaten sich einander auch Regen entziehen, bleibt unklar.
Die neuen Studien zeigen zwar:
Große Windparks können lokal Wetterbedingungen ändern, doch die entscheidende Frage ist offen:
Wo sind die Parks groß genug, dass ihre Effekte erheblich sind?
Dass Europas geplante Offshore-Windparks künftig Dürren verursachen würden, beweisen die Studien nicht.
Doch für die andere Seite der Debatte ist ebenfalls Vorsicht geboten:
Ihre Behauptung, große Windparks könnten atmosphärische Prozesse nicht verändern, lässt sich nicht mehr rechtfertigen.
@arminius_erben
Forwarded fromArminius Erben
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1August 24, 2026 1.1K 17