TEIL 2/3 Südwestwind treibt über die Nordsee und über Hunderte… — florian_arnoldson©️🕊 — TG.ME

Forwarded fromARArminius Erben
TEIL 2/3

Südwestwind treibt über die Nordsee und über Hunderte Windräder.
Deren Rotoren entziehen der Luft Bewegungsenergie, verwirbeln sie und verändern ihre Strömung.
Genügt die Störung, um das Wetter zu verändern?
Die Frage wird seit Langem verbissen diskutiert, Energiewende-Gegner ziehen damit gegen Windkraftwerke zu Felde.
Vor allem die AfD nutzt das Thema.
Mehrfach behaupteten AfD- Politiker, es wäre bewiesen, dass Windräder Dürre beförderten oder das Wetter anderweitig verschlechterten.
Doch solch weitgehende Behauptungen lässt der Sachstand nicht zu.
Zwar zeigen Studien, dass Windkraftparks lokal Auswirkungen haben können, zumindest bei Windgeschwindigkeit, Turbulenz und bodennaher Temperatur; gravierende Wetterveränderungen ließen sich aber bislang nicht nachweisen.
Eine neue Studie des Helmholtz-Zentrums Hereon liefert Zündstoff:
„Offshore-Windparks könnten Niederschläge verändern“, meldet das Institut.
Offshore- Windparks in der Nordsee drohten Niederschläge zu verschieben:
Während Regen über dem Meer zunähme, könnte er in Küstenregionen abnehmen.
Die Studie, erschienen im Fachjournal „Communications Earth & Environment“, reagiert auf Pläne der Europäischen Union, die Offshore-Windparks in der Nordsee bis 2050 massiv auszubauen.
Die Untersuchung liefere „umfassende Ergebnisse möglicher regionaler Klimaauswirkungen künftiger Offshore-Windparks, die immer im Einklang mit der Umwelt geplant werden müssen“, schreiben die Hereon-Forscher um Naveed Akhtar.
Ihre Ergebnisse dürften eine Debatte befeuern, die von politischen Interessen, überzogenen Behauptungen und vorschnellen Entwarnungen geprägt ist.
Die Studie beruht allerdings nicht auf Regenmessungen, sondern auf Computersimulationen auf Grundlage von Wetterdaten aus den Jahren 2008 bis 2017:
Ein „regionales Atmosphärenmodell“ mit horizontaler Auflösung von fünf Kilometern kann einzelne Windräder nicht direkt darstellen.
Es fasst die Wirkung der Rotoren auf fünf Quadratkilometern mit Rechenvorschriften zusammen.

Extremszenario simuliert

Die Forscher simulierten ein Szenario, das über die aktuellen Ausbauziele der Europäischen Union hinausgeht.

„Berücksichtigt wurden sämtliche Flächen in Nord- und Ostsee, die für eine mögliche Offshore-Windenergienutzung ausgewiesen sind“, schreiben die Autoren.
Das Team berechnete auch andere Szenarien:
eines ohne Windparks, eines für einen ungefähr dem Stand von 2023 entsprechenden Ausbau, eines für 2030 sowie drei Varianten eines maximalen späteren Ausbaus mit unterschiedlich großen Turbinen.
Für die gegenwärtigen und näherliegenden Ausbaustufen bleiben die Veränderungen gering oder treten überwiegend über dem Meer auf.
Deutliche Niederschlagsrückgänge an Land ergeben sich in den stark ausgebauten Zukunftsszenarien.
Für Küstenabschnitte in Dänemark, Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien ergeben die Simulationen an den Küsten Rückgänge der Niederschläge um bis zu 15 Prozent, vor allem im Herbst und Winter und bei Südwestwind.
Der Effekt entsteht, weil die Rotoren dem Wind einen Teil seiner Bewegungsenergie entziehen und Luftströmungen verwirbeln.
Hinter den Anlagen vermischen sich Luftschichten dann stärker.
Feuchte Luft kann folglich leichter aufsteigen, abkühlen und kondensieren. Folge sind Wolkenbildung und Niederschläge über den Windparks – die Küsten blieben deshalb trockener.
Werden viele Anlagen auf engem Raum errichtet, können sich diese Veränderungen gegenseitig verstärken.
So eindrucksvoll die Zahlen klingen:
Sie gelten für extrem große Windparks.
Ein Gutachter der Studie rechnet vor, dass allein die angenommene Nutzung dänischer Flächen auf rund 80 Gigawatt hinauslaufen würde.
Dem stellt er das aktuelle dänische Ausbauziel in der Region von rund 35 Gigawatt gegenüber.
Seine Kritik:
Das Studiendesign übertreibe mögliche Niederschlagseffekte.

@arminius_erben

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