Briefwahl wird zum Risiko für das Vertrauen Vor den Wahlen in… — Schuberts Lagemeldung - Stefan Schubert Offiziell — TG.ME

Briefwahl wird zum Risiko für das Vertrauen

Vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sorgt wieder einmal die Briefwahl für Diskussionen. Die AfD begegnet ihr seit jeher mit Skepsis. Es verwundert daher wenig, dass sie vor den auf absehbare Zeit wichtigsten Wahlen Zweifel anmeldet, ob dabei alles mit rechten Dingen zugehen wird.

Bundeschef Tino Chrupalla etwa legte in der ARD nahe, Pfleger könnten die Hilfsbedürftigkeit von Senioren ausnutzen, um deren Stimmabgaben zu manipulieren. In der Presse heißt es dagegen, die AfD betreibe „Stimmungsmache gegen die Briefwahl“ (RBB) und solle mit ihrem „Geraune“ aufhören (Bild). Auch die vor Ort Verantwortlichen nehmen das System in Schutz.

„Die Briefwahl ist sicher“, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Wahlleiter Christian Boden. Der Bundesverband „Mehr Demokratie“ forderte sogar, Briefwahlzettel „automatisch an alle Wahlberechtigten“ zu verschicken, um die Wahlteilnahme weiter zu erleichtern.

Ist die Briefwahl nun sicher oder ist sie es nicht? Tatsache ist, dass die 1957 eingeführte Option, per Post zu wählen, in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden ist. Griffen bei der Bundestagswahl 2005 noch 18,7 Prozent der Wähler darauf zurück, waren es 2025 ganze 37 Prozent. Im Osten liegt der Anteil unter dem bundesweiten Durchschnitt: In Sachsen-Anhalt zum Beispiel machten bei der Bundestagswahl 27 Prozent von der Möglichkeit Gebrauch.

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2026/briefwahl-wird-zum-risiko-fuer-das-vertrauen/
JUNGE FREIHEIT
Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Briefwahl wird zum Risiko für das Vertrauen
Vor den Landtagswahlen im Osten flammt die Debatte um die Briefwahl neu auf. Während Wahlleiter das Verfahren verteidigen, zeigen doppelt verschickte Wahlscheine und Manipulationsfälle, warum das Vertrauen bröckelt.
September 6, 2026 861 1