Wenn Mitte zum Selbstzweck wird
In Sachsen-Anhalt wird heute gewählt. Geht man nach der Medienberichterstattung über den Wahlkampf, geht es eigentlich nur um die Frage, ob die AfD lediglich einen Rekordwahlsieg oder vielleicht doch den absoluten Erdrutschsieg abräumen wird. Für einen so depressiven Wahlkampf für alle anderen Parteien ist der noch amtierende Ministerpräsident Sven Schulze wie gemacht.
Er hat diesen leidenden Blick, mit dem er auf jedem Foto aussieht wie ein depressiver Hamster. Das ist vielleicht der Grund, weshalb er gerade mit der Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz so gut zusammenhält.
Die erklärte es ja auf einer Podiumsdiskussion zum Ziel, Sachsen-Anhalt zu einem Land zu machen, in dem Autobahnen nicht durch den Lebensraum von Hamstern gebaut werden.
Man hat das Gefühl, dass dieser Wahlkampf nur zwei Extreme kannte: Entweder man verliert sich in irgendwelchen Details, die den Wähler gerade relativ wenig interessieren, oder man schmeißt nur mit Begriffen um sich, die so breit sind, dass man gar nicht mehr weiß, was sie wirklich bedeuten sollen.
In einer Debatte mit Ulrich Siegmund, die ich keine fünf Minuten ausgehalten habe, beschwerte Schulze sich innerhalb dieser fünf Minuten gleich zweimal, dass Siegmund sich ja noch gar nicht zu seinem tollen Praktikumsprämienprogramm geäußert habe.
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Wenn Mitte zum Selbstzweck wird
Im Wahlkampf um Sachsen-Anhalt wird wohl kaum ein Begriff so viel gebraucht wie „Mitte“. Doch dieser Begriff hat keine Bedeutung. Und Bedeutungslosigkeit kann man nicht wählen.
September 6, 2026 1.6K 1