Russische Propaganda. Wird das reichen?
Je digitaler die Welt wird, desto stärker wird die Propaganda.
Unter der vergangenen Regierung wurde uns fälschlicherweise die Illusion vermittelt, dass es vor allem russische Propaganda gibt, die die grösste Bedrohung darstellt. Das stimmt nicht.
Es gibt auch Propaganda der Europäischen Kommission. Ihre Träger sind Nichtregierungsorganisationen, einige Medien, Vereine und die Kulturszene. Die These dieser Propaganda lautet: eine europäische Föderation, eine maximale Vereinheitlichung unvereinbarer Konzepte, eine sozialistische Planwirtschaft mit Subventionen, die auf Klima- und Regulierungsalarmismus basiert, sowie eine „stärkere Integration“ – sprich: der Verlust staatlicher Souveränität.
Die chinesische Propaganda ist gefährlich, aber die europäische ist die stärkste. Sie ist uns am nächsten und greift in die meisten Bereiche unseres Lebens ein.
Ein verletztes Tier tritt am stärksten um sich. Die Europäische Kommission muss in ihrer heutigen Form überleben – davon sind sie überzeugt, während Umfragen etwas anderes sagen. Auch deshalb wurde das Programm AgoraEU vorbereitet, das die teuerste Wahlkampagne der Geschichte werden soll – vorgesehen sind 8,4 Milliarden Euro für Medien, Kultur und den NGO-Sektor zur „Verteidigung demokratischer Werte“ – sprich: zur Förderung der richtigen politischen Seite.
Wo eine Nachfrage besteht, gibt es auch ein Angebot – und damit komme ich zu den Medien. Ein Teil der Medien versucht, einzelne Zielgruppen anzusprechen, die von Informationskriegen beeinflusst werden, während einige Plattformen frei zwischen den verschiedenen Gruppen oszillieren oder sich überhaupt keiner Richtung anschliessen. Hier würde ich die salonkonservativen Intellektuellen von Echo24 als eine der wenigen Inseln fluid-ideologischer Promiskuität nennen. Wenn es doch nur mehr davon gäbe.
Das Ziel der Propaganda ist es, eine Ideologie zu etablieren. Ideologie führt zu fanatischem Glauben, und fanatischer Glaube beschäftigt sich nicht mit konkreten Lösungen und den positiven Aspekten einzelner Ansätze, sondern trennt zwischen „richtig“ und „falsch“ beziehungsweise hetzt beide Lager gegeneinander auf, indem ein Klassenfeind geschaffen wird.
Der Zweck all der oben genannten Einflüsse besteht darin, dass ihr aufhört, Fragen zu stellen, und stattdessen einfach glaubt.
Demokratie steht und fällt mit der Kontrolle der Politiker durch die Wähler. Politiker wollen jedoch nicht, dass jemand sie kontrolliert, und deshalb versuchen sie, Ideologie zu säen – den blinden Glauben daran, dass sie die „Richtigen“ sind, während alle anderen die „Falschen“ sind. Dabei hilft ihnen auch die Propaganda, egal ob aus dem Inland oder aus dem Ausland.
So viel nur zu den Informationskriegen. Sie werden an Intensität zunehmen, insbesondere vor den Wahlen zum Europäischen Parlament im Jahr 2029. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, wie das Ganze funktioniert.
August 30, 2026 65 2